Lesedauer: ca. 11 Minuten
Vier Ziffern auf einer orangefarbenen Warntafel oder einem Versandstückaufkleber – und doch enthalten sie alle wesentlichen Informationen über den transportierten Stoff: die UN-Nummer. Das von den Vereinten Nationen entwickelte Nummerierungssystem identifiziert jeden gefährlichen Stoff oder jede Stoffgruppe weltweit eindeutig. Dieser Artikel erklärt, wie das System aufgebaut ist, wie man UN-Nummern nachschlägt und was hinter den wichtigsten Einträgen steckt.
1. Was ist eine UN-Nummer?
Eine UN-Nummer (auch UN-Kennummer oder UN-Stoffnummer) ist eine vierstellige Zahl zwischen 0004 und 3534 (Stand ADR 2023/2025), die einem gefährlichen Stoff oder einer Gruppe gefährlicher Stoffe von den Vereinten Nationen (UN) dauerhaft zugewiesen wurde. Die Nummernvergabe erfolgt durch das UN-Expertenkomitee für den Transport gefährlicher Güter, das alle zwei Jahre neue UN-Nummern für neue Stoffe vergibt und bestehende aktualisiert.
Zweck und Bedeutung
Die UN-Nummer erfüllt drei zentrale Funktionen:
- Eindeutige Identifikation: Unabhängig von Sprache, Handelsname oder Konzentration identifiziert die UN-Nummer den Stoff oder die Stoffgruppe weltweit
- Zugang zu allen Transportvorschriften: Über die UN-Nummer findet man in der ADR-Tabelle A alle relevanten Transportanforderungen – Verpackung, Kennzeichnung, Fahrzeugtyp, Tunnelcode usw.
- Notfallkommunikation: Rettungskräfte können anhand der UN-Nummer sofort die richtigen Schutzmaßnahmen und Gegenmaßnahmen nachschlagen – in Datenbanken wie TUIS, ERICards oder dem internationalen CANUTEC-System
2. Aufbau der UN-Nummerntabelle – Tabelle A des ADR
Die zentrale Nachschlagetabelle im ADR ist Tabelle A in Kapitel 3.2. Sie enthält für jede UN-Nummer alle relevanten Informationen in einer einzigen Zeile. Die Spalten sind:
| Spalte | Inhalt | Beispiel (UN 1203) |
|---|---|---|
| 1 | UN-Nummer | 1203 |
| 2 | Offizielle Benennung für die Beförderung (Großbuchstaben) | KRAFTSTOFF FÜR MOTOREN |
| 3a | Klasse | 3 |
| 3b | Klassifizierungscode | F1 |
| 4 | Verpackungsgruppe | II |
| 5 | Gefahrzettel (Hauptgefahr und Nebengefahren) | 3 |
| 6 | Sondervorschriften (SP) | 640D |
| 7a | Begrenzte Mengen (LQ) | 5 l |
| 7b | Freigestellte Mengen (EQ) | E2 |
| 8 | Verpackungsanweisungen (für Versandstücke) | P001, IBC02 |
| 9a | Besondere Verpackungsvorschriften | PP01, B4 |
| 9b | Gemischte Verpackung zulässig | MP19 |
| 10 | Tragbare Tanks (Tankcode) | T2 |
| 11 | Sondervorschriften für tragbare Tanks | TP1, TP8 |
| 12 | Tankcontainer-Zulassung / Fahrzeugtyp | FL |
| 13 | Sondervorschriften für Tank-Transport | TU15, TE19 |
| 14 | Gefahrnummer (Kemler-Zahl) | 33 |
| 15 | Tunnelbeschränkungscode | (D/E) |
| 16 | Bemerkungen | – |
| 17 | Sondervorschriften für Beförderung und Handhabung | CV13, S2 |
| 18 | Kennzeichen auf dem Versandstück (Sonderzeichen) | – |
| 19 | Großzettel für Container | – |
| 20 | Gefahrnummer für Tank-Warntafel | 33 |
In der Praxis werden vor allem die Spalten 2 (Benennung), 3a (Klasse), 4 (VG), 5 (Gefahrzettel), 7a/7b (LQ/EQ), 14 (Gefahrnummer) und 15 (Tunnelcode) täglich benötigt.
3. Arten von UN-Einträgen
Die UN-Nummern in Tabelle A lassen sich in vier Typen einteilen:
Typ A – Einzelstoff-Eintrag
Der häufigste Typ: Eine UN-Nummer bezeichnet genau einen bestimmten Stoff.
UN 1090 – ACETON
UN 1203 – KRAFTSTOFF FÜR MOTOREN (Benzin)
UN 1789 – SALZSÄURE
Typ B – Spezifischer Eintrag für eine Stoffgruppe
Eine UN-Nummer bezeichnet eine chemisch definierte Gruppe verwandter Stoffe.
UN 1133 – KLEBSTOFFE, entzündbar (verschiedene Klebstoffe mit Flammpunkt < 23 °C)
UN 1263 – FARBEN (Lacke, Emaillen, Beizen, Schellack etc.)
Typ C – Generischer n.a.g.-Eintrag
„n.a.g.“ steht für „nicht anderweitig genannt“ (englisch: n.o.s. = not otherwise specified). Diese Einträge sind Auffangtatbestände für Stoffe, die nicht unter einen spezifischen Eintrag fallen, aber denselben Gefährlichkeitseigenschaften entsprechen.
UN 1993 – ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G.
UN 1760 – ÄTZENDE FLÜSSIGKEIT, N.A.G.
UN 3077 – UMWELTGEFÄHRDENDER STOFF, FEST, N.A.G.
Bei n.a.g.-Einträgen muss im Beförderungsdokument zusätzlich der technische Name des Stoffes in Klammern angegeben werden – z. B.: „UN 1993 ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G. (Isopropanol)“
Typ D – Spezifischer n.a.g.-Eintrag
Diese Einträge sind enger gefasste Auffangtatbestände für bestimmte Stoffgruppen innerhalb einer Klasse.
UN 3267 – ÄTZENDE FLÜSSIGKEIT, BASISCH, ORGANISCH, N.A.G.
UN 3264 – ÄTZENDE FLÜSSIGKEIT, SAUER, ANORGANISCH, N.A.G.
4. n.a.g.-Einträge richtig anwenden
n.a.g.-Einträge sind keine Notlösung – sie sind ein bewusst eingebautes Element des Systems für Stoffe, die keinen spezifischen Eintrag haben. Die korrekte Anwendung erfordert jedoch einige Sorgfalt:
Schritt 1: Spezifischen Eintrag suchen
Bevor ein n.a.g.-Eintrag verwendet wird, muss geprüft werden, ob ein spezifischer Einzelstoff-Eintrag oder ein Gruppen-Eintrag für den Stoff existiert. Das ADR gibt die Rangfolge klar vor: Spezifischer Eintrag hat Vorrang vor n.a.g.
Schritt 2: Richtigen n.a.g.-Eintrag wählen
Wenn kein spezifischer Eintrag existiert, ist der passendste n.a.g.-Eintrag zu wählen – also der, der die Eigenschaften des Stoffs am engsten beschreibt. Ein spezifischer n.a.g.-Eintrag (Typ D) hat Vorrang vor einem generischen n.a.g.-Eintrag (Typ C).
Schritt 3: Technischen Namen angeben
Bei n.a.g.-Einträgen muss der technische Name des Stoffs im Beförderungsdokument und ggf. auf dem Versandstück ergänzt werden. Der Handelsname allein reicht nicht:
❌ Falsch: UN 1993 ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G., 3, (II)
✅ Richtig: UN 1993 ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G. (Isopropanol), 3, (II)
5. Die wichtigsten UN-Nummern in der Praxis
Im alltäglichen Gefahrgutbetrieb tauchen einige UN-Nummern besonders häufig auf. Die folgende Übersicht zeigt die praxisrelevantesten:
| UN-Nr. | Offizielle Benennung | Klasse | VG | Gefahrnummer | Tunnelcode |
|---|---|---|---|---|---|
| 1005 | AMMONIAK, WASSERFREI | 2 | – | 268 | (C/D) |
| 1013 | KOHLENDIOXID | 2 | – | 20 | (A) |
| 1017 | CHLOR | 2 | – | 265 | (C/D) |
| 1049 | WASSERSTOFF, VERDICHTET | 2 | – | 23 | (B/D) |
| 1066 | STICKSTOFF, VERDICHTET | 2 | – | 20 | (A) |
| 1072 | SAUERSTOFF, VERDICHTET | 2 | – | 25 | (A) |
| 1202 | DIESELKRAFTSTOFF / HEIZÖL | 3 | III | 30 | (–) |
| 1203 | KRAFTSTOFF FÜR MOTOREN | 3 | II | 33 | (D/E) |
| 1230 | METHANOL | 3 | II | 336 | (C/D) |
| 1263 | FARBEN | 3 | I/II/III | 30/33 | (D/E) / (–) |
| 1402 | CALCIUMCARBID | 4.3 | I/II | 423 | (E) |
| 1428 | NATRIUM | 4.3 | I | X423 | (E) |
| 1789 | SALZSÄURE | 8 | II/III | 80 | (E) |
| 1830 | SCHWEFELSÄURE | 8 | II | 80 | (E) |
| 1824 | NATRIUMHYDROXIDLÖSUNG (Natronlauge) | 8 | II/III | 80 | (E) |
| 1950 | AEROSOLE | 2 | – | 23 / 22 | (–) / (D) |
| 1965 | KOHLENWASSERSTOFFGEMISCH, VERFLÜSSIGT (LPG) | 2 | – | 23 | (B/D) |
| 1978 | PROPAN | 2 | – | 23 | (B/D) |
| 2059 | NITROCELLULOSELÖSUNG, ENTZÜNDBAR | 3 | II/III | 33/30 | (D/E) / (–) |
| 2794 | AKKUMULATOREN, NASS, GEFÜLLT MIT SÄURE | 8 | – | 80 | (E) |
| 2902 | PESTIZID, FLÜSSIG, GIFTIG, N.A.G. | 6.1 | I/II/III | 60/66 | (D/E) |
| 3077 | UMWELTGEFÄHRDENDER STOFF, FEST, N.A.G. | 9 | III | 90 | (–) |
| 3082 | UMWELTGEFÄHRDENDER STOFF, FLÜSSIG, N.A.G. | 9 | III | 90 | (–) |
| 3373 | BIOLOGISCHER STOFF, KATEGORIE B | 6.2 | – | – | (–) |
| 3480 | LITHIUMBATTERIEN | 9 | II | – | (–) |
| 3481 | LITHIUMBATTERIEN IN AUSRÜSTUNGEN | 9 | II | – | (–) |
6. UN-Nummern für Gemische und Lösungen
Viele Stoffe im Gefahrguttransport sind keine Reinstoffe, sondern Gemische oder Lösungen. Das ADR löst dieses Problem auf zwei Wegen:
Spezifischer Eintrag für Lösungen und Gemische
Für manche häufigen Gemische gibt es eigene UN-Nummern:
- UN 1170 – ETHANOL, LÖSUNG (verschiedene Konzentrationen)
- UN 1791 – HYPOCHLORIT, LÖSUNG
- UN 2672 – AMMONIAK, LÖSUNG
Verwendung des n.a.g.-Eintrags
Wenn kein spezifischer Eintrag für das Gemisch existiert, wird der passende n.a.g.-Eintrag verwendet. Die Klassifizierung des Gemisches erfolgt dann nach den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Gesamtgemisches (Flammpunkt, Toxizität, ätzende Wirkung etc.).
Worst-Case-Prinzip
Bei Gemischen, deren Zusammensetzung variiert oder nicht genau bekannt ist, gilt das Worst-Case-Prinzip: Es wird die strengste Klassifizierung angesetzt, die für das Gemisch möglich ist. Dieser Grundsatz ist besonders wichtig bei gefährlichen Abfällen (ADR 1.1.3.7).
7. UN-Nummer ≠ CAS-Nummer
In der chemischen Industrie wird oft die CAS-Nummer (Chemical Abstracts Service) zur Identifikation von Stoffen verwendet. UN-Nummer und CAS-Nummer sind jedoch unterschiedliche Systeme:
| Merkmal | UN-Nummer | CAS-Nummer |
|---|---|---|
| Zweck | Gefahrguttransport | Chemische Identifikation (Forschung, Handel, SDB) |
| Vergabestelle | UN-Expertenkomitee | American Chemical Society (ACS) |
| Anwendungsbereich | Nur gefährliche Güter | Alle chemischen Verbindungen |
| Gilt für Gemische? | Ja (n.a.g.-Einträge) | Nur für definierte Verbindungen |
| Im SDB | Abschnitt 14 (Transportinformationen) | Abschnitt 1 (Bezeichnung des Stoffs) |
Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) nach GHS enthält in Abschnitt 14 alle transportrelevanten Angaben – darunter UN-Nummer, Klasse, Verpackungsgruppe und Tunnelbeschränkungscode. Das SDB ist damit die wichtigste Quelle für die korrekte Gefahrguteinstufung.
8. UN-Nummer nachschlagen – Schritt für Schritt
Wer für einen Stoff die richtige UN-Nummer finden möchte, geht am besten in dieser Reihenfolge vor:
- Sicherheitsdatenblatt (SDB) prüfen: Abschnitt 14 enthält UN-Nummer, Klasse und VG – oft die schnellste Quelle
- ADR Tabelle A (Kapitel 3.2) durchsuchen: Suche nach dem chemischen Namen oder dem Handelsnamen in der Stoffnamen-Tabelle (Kapitel 3.2 Tabelle B – alphabetisch)
- Spezifischen Eintrag prüfen: Gibt es einen Typ-A- oder Typ-B-Eintrag für den Stoff?
- n.a.g.-Eintrag suchen: Wenn kein spezifischer Eintrag existiert – passendsten n.a.g.-Eintrag wählen
- Technischen Namen ergänzen: Bei n.a.g.-Einträgen technischen Namen in Klammern hinzufügen
Hilfsmittel in der Praxis
- ADR-Textausgabe (Druckausgabe oder digitale Version) – offiziell und vollständig
- BAM-Gefahrgutdatenbank – kostenfrei online, offiziell für Deutschland
- GGVSE-Online / ADR-Online – verschiedene kommerzielle Datenbanken mit Suchfunktion
- Sicherheitsdatenblatt des Lieferanten – schnellste Quelle für bekannte Stoffe
9. Häufige Fehler beim Umgang mit UN-Nummern
- Falsche UN-Nummer: Handelsname stimmt nicht mit der offiziellen Benennung überein – z. B. „Brennspiritus“ statt UN 1170 Ethanol, Lösung
- n.a.g.-Eintrag ohne technischen Namen: „UN 1993 ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G.“ ohne Stoffangabe – unvollständig und bußgeldbewehrt
- Falscher n.a.g.-Eintrag: Generischer Eintrag verwendet, obwohl ein spezifischerer existiert
- VG aus dem SDB übernommen, ohne ADR-Tabelle zu prüfen: SDB-Angaben können fehlerhaft oder für andere Regelwerke (IATA, IMDG) erstellt sein
- Veraltete UN-Nummer: UN-Nummern können bei ADR-Revisionen (alle 2 Jahre) geändert werden – altes Dokument verwendet
- UN-Nummer verwechselt: Ähnliche Stoffe, unterschiedliche UN-Nummern – z. B. UN 1203 (Benzin, VG II) vs. UN 1267 (Roherdöl, VG I/II/III)
- Kein „UN“-Vorzeichen: „1203″ statt „UN 1203″ im Beförderungsdokument
10. Praxisbeispiele
Praxisbeispiel 1: Handelsname ≠ offizielle Benennung
Ein Betrieb transportiert „WD-40″ in Spraydosen. Die offizielle Benennung ist nicht „WD-40″, sondern – je nach Zusammensetzung – UN 1950 AEROSOLE, entzündbar oder ein anderer Eintrag. Das SDB des Herstellers (Abschnitt 14) gibt die korrekte UN-Nummer an. Im Beförderungsdokument steht die offizielle Benennung, nicht der Handelsname – der Handelsname kann jedoch ergänzend in Klammern hinzugefügt werden.
Praxisbeispiel 2: n.a.g.-Eintrag mit technischem Namen
Ein Chemieunternehmen transportiert einen neuen Reinigungsalkohol (Isopropanol 70 %, Flammpunkt 18 °C). Prüfung: Gibt es einen spezifischen Eintrag? Ja: UN 1219 – ISOPROPANOL (2-Propanol). Der spezifische Eintrag hat Vorrang vor dem n.a.g.-Eintrag. Im Beförderungsdokument: UN 1219 ISOPROPANOL, 3, (II), (D/E). Wäre kein spezifischer Eintrag vorhanden: UN 1993 ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G. (Isopropanol), 3, (II).
Praxisbeispiel 3: Gemisch – Worst-Case
Ein Entsorgungsunternehmen holt einen Behälter mit unbekanntem flüssigem Chemikalienabfall ab. Die genaue Zusammensetzung ist nicht bekannt. Es ist jedoch bekannt, dass der Abfall organische Lösemittel enthält. Worst-Case-Einstufung: UN 1993 ENTZÜNDBARE FLÜSSIGKEIT, N.A.G. (organische Lösemittel), 3, (II) – mit VG II als sicherheitsorientierte Annahme. Wenn analytische Daten vorliegen, kann eine genauere Einstufung erfolgen.
11. Checkliste: UN-Nummern korrekt verwenden
- ✅ SDB Abschnitt 14 als erste Quelle für UN-Nummer, Klasse und VG genutzt?
- ✅ UN-Nummer in ADR Tabelle A (Kapitel 3.2) verifiziert?
- ✅ Spezifischen Eintrag vor n.a.g.-Eintrag geprüft?
- ✅ Bei n.a.g.-Eintrag: technischen Stoffnamen in Klammern ergänzt?
- ✅ Offizielle Benennung aus Spalte 2 der Tabelle A in Großbuchstaben verwendet?
- ✅ UN-Nummer mit „UN“-Vorzeichen angegeben (z. B. „UN 1203″)?
- ✅ Aktuelle ADR-Fassung (2023/2025) als Grundlage verwendet?
- ✅ Bei Gemischen: Klassifizierung nach den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Gemisches vorgenommen?
- ✅ Tunnelbeschränkungscode aus Spalte 15 der Tabelle A entnommen?
- ✅ Gefahrnummer (Kemler-Zahl) aus Spalte 14 für Tankfahrzeug-Warntafel entnommen?
Fazit
Die UN-Nummer ist der Schlüssel zum gesamten Gefahrguttransportsystem. Sie ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Transportentscheidungen: Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation, Fahrzeugtyp, Tunnelbeschränkung. Wer eine UN-Nummer korrekt bestimmt hat, findet in der Tabelle A des ADR auf einen Blick alle weiteren Anforderungen.
Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) ist dabei die erste und verlässlichste Quelle – aber es ist kein Ersatz für die ADR-Tabelle A. SDB-Angaben können fehlerhaft oder für andere Transportsysteme (IATA Luftfracht, IMDG Seefracht) erstellt sein. Die finale Verantwortung für die korrekte Einstufung und Transportdokumentation liegt immer beim Absender.
Weitere Artikel dieser Reihe: Schreiben Sie uns, zu welchem Thema rund um den Gefahrguttransport Sie als Nächstes einen Beitrag wünschen.
Quellen & Rechtsgrundlagen: ADR 2023/2025 (insbesondere Kapitel 3.2 Tabelle A und Tabelle B; Kapitel 2.2 Klassifizierungskriterien; Unterabschnitt 1.1.3.7) | GGVSEB | GGBefG | GHS/CLP-Verordnung (EU) 1272/2008 | REACH-Verordnung (EG) 1907/2006 (Sicherheitsdatenblatt). Alle Angaben ohne Gewähr – maßgeblich ist stets die jeweils gültige Fassung der einschlägigen Vorschriften.