Ladungssicherung

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Eine schlecht gesicherte Ladung ist im normalen Straßentransport bereits gefährlich. Im Gefahrguttransport kann sie katastrophale Folgen haben: Versandstücke, die beim Bremsen kippen, Kanister, die aufplatzen, Gasflaschen, die durch den Laderaum rollen – all das ist nicht nur ein Transportschaden, sondern ein potenzieller Auslöser für Brände, Vergiftungen und Umweltkatastrophen. Dieser Artikel erklärt die rechtlichen Grundlagen, die wichtigsten Sicherungsmethoden und die besonderen Anforderungen im Gefahrguttransport vollständig und praxisnah.


1. Rechtliche Grundlagen: Ein dreischichtiges System

Die Ladungssicherung im Gefahrguttransport ist durch drei Regelwerke abgedeckt, die gleichzeitig und unabhängig voneinander gelten:

StVO § 22 – Ladung

§ 22 StVO ist die Basisvorschrift für alle Fahrzeuge im Straßenverkehr. Er verpflichtet den Fahrzeugführer, dafür zu sorgen, dass die Ladung so verstaut und gesichert ist, dass sie bei verkehrsüblichen Manövern – einschließlich einer Notbremsung – weder verrutscht, herunterfällt noch unnötigen Lärm erzeugt. Diese Pflicht gilt für jedes Fahrzeug, unabhängig von Größe, Gewicht und Ladungsart.

VDI 2700 – Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

Die VDI-Richtlinie 2700 (und ihre Folgeblätter VDI 2700a bis 2700f) konkretisiert die technischen Anforderungen für die Ladungssicherung. Sie definiert die Beschleunigungskräfte, gegen die gesichert werden muss, die Mindestanforderungen an Zurrmittel und Antirutschmatten sowie die Berechnungsverfahren für Zurrpunkte und Sicherungskräfte. Obwohl sie technisch eine Norm und kein Gesetz ist, wird sie von Gerichten und Behörden als Maßstab der Sorgfaltspflicht herangezogen.

ADR – besondere Anforderungen für Gefahrgut

Das ADR enthält spezifische Ladungssicherungsvorschriften für Gefahrgüter, die über die allgemeinen Anforderungen nach StVO und VDI 2700 hinausgehen. Relevant sind insbesondere:

  • ADR 7.5.7: Allgemeine Vorschriften für die Ladungssicherung von Versandstücken
  • ADR 7.5.7.1: Versandstücke müssen so verladen und gesichert werden, dass normale Transportbedingungen keine Beschädigung verursachen
  • Kapitel 4: Verpackungsvorschriften, die mittelbar die Sicherungspflichten bestimmen (UN-zugelassene Verpackungen müssen bestimmte Belastungen aushalten)
  • Sondervorschriften für bestimmte Klassen: z. B. Aufrechtstellen von Flaschen (Klasse 2), Schutz von Ventilen (Klasse 2), Trennung inkompatibler Güter (ADR 7.5.2)

Wer trägt die Verantwortung?

Die Verantwortung für die Ladungssicherung liegt beim Fahrer (Fahrzeugführer nach StVO), beim Verlader (wer die Ladung auf das Fahrzeug bringt und sichert) und beim Beförderer (Unternehmen, das den Transport durchführt). Alle drei können bei mangelhafter Ladungssicherung haftbar gemacht werden – auch wenn keiner von ihnen den Unfall selbst verursacht hat.


2. Die Beschleunigungskräfte – gegen was muss gesichert werden?

Die VDI 2700 legt fest, gegen welche Kräfte die Ladung gesichert sein muss. Diese Kräfte werden als Vielfaches der Schwerkraft (g = 9,81 m/s²) angegeben:

Richtung Beschleunigungsfaktor Entspricht (bei 1.000 kg Ladung) Typische Ursache
Nach vorne (Bremsen) 0,8 g 800 kg Kraft Vollbremsung, Auffahrunfall
Nach hinten (Anfahren) 0,5 g 500 kg Kraft Anfahren am Berg, starkes Beschleunigen
Seitwärts (Kurvenfahrt) 0,5 g 500 kg Kraft Kurvenfahrt, Ausweichmanöver
Nach oben (Straßenunebenheiten) 1,0 g 1.000 kg Kraft Schlaglöcher, Bordsteinkanten, Rampen

Quelle: VDI 2700, Blatt 1. Die Werte gelten für Standard-Straßentransporte. Für besondere Transportarten (z. B. Geländefahrten, Fähren) können höhere Werte gelten.

Konsequenz für die Praxis: Eine 200-kg-Palette mit Gefahrgut muss in Fahrtrichtung einer Kraft von 160 kg standhalten – allein durch die Sicherung, ohne dass der Fahrer bremst. Wer das ignoriert und die Palette nur lose auf der Ladefläche abstellt, riskiert, dass sie bei jeder stärkeren Bremsung in die Fahrzeugfront donnert.


3. Die vier Methoden der Ladungssicherung

3.1 Formschluss

Beim Formschluss wird die Ladung lückenlos gegen feste Anschläge – die Fahrzeugwände, andere Ladungseinheiten oder spezielle Lademittel (Balken, Keile) – positioniert, sodass sie mechanisch am Verrutschen gehindert wird. Formschluss ist die effektivste und sicherste Methode, weil sie keine Kraft in den Zurrmitteln voraussetzt.

Ideal für: palettierte Ladung, Fässer, Kanister, IBC – immer dann, wenn die Laderaum-Geometrie es erlaubt, die Ladung lückenlos zu stapeln. Im Gefahrguttransport ist Formschluss besonders empfehlenswert, weil Zurrmittel durch Chemikalien beschädigt werden können.

3.2 Kraftschluss (Niederzurren)

Beim Niederzurren werden Zurrgurte oder -ketten über die Ladung gelegt und auf der Ladefläche verankert. Durch die Vorspannkraft wird die Ladung auf die Ladefläche gedrückt – die entstehende Reibungskraft verhindert das Verrutschen.

Entscheidend ist der Reibungsbeiwert μ zwischen Ladung und Unterlage:

Materialkombination Reibungsbeiwert μ Praxishinweis
Holz auf Holz (trocken) 0,40–0,50 Standardfall Holzpalette auf Holzboden
Kunststoff auf Stahl 0,15–0,25 ⚠️ Sehr glatt – Antirutschmatten dringend empfohlen
Antirutschmatte (Gummi) 0,50–0,70 Deutliche Verbesserung – reduziert erforderliche Zurrkraft
Kunststofffass auf Stahlboden 0,20–0,30 Im Gefahrguttransport: Antirutschmatte oder Formschluss empfohlen
IBC auf Holz mit Antirutschmatte 0,50–0,60 Guter Wert – weniger Zurrgurte erforderlich

Je niedriger der Reibungsbeiwert, desto mehr Vorspannkraft – und damit mehr oder stärkere Zurrgurte – sind erforderlich. Antirutschmatten aus Gummi oder Kunststoff verdoppeln oft den Reibungsbeiwert und reduzieren damit den Aufwand erheblich.

3.3 Direktzurren

Beim Direktzurren werden Zurrmittel (Gurte, Ketten, Drahtseile) direkt an der Ladung befestigt – an Ösen, Rahmen, Trägern – und am Fahrzeugboden verankert. Im Unterschied zum Niederzurren wirken die Kräfte nicht senkrecht auf die Ladefläche, sondern in der Richtung, aus der die Ladung gesichert werden muss. Direktzurren ist besonders für schwere Einzelteile geeignet: Maschinen, Container, Fahrzeuge auf Autotransportern.

3.4 Kombination: Formschluss + Kraftschluss

In der Praxis ist die Kombination beider Methoden am häufigsten: Formschluss nach vorne (gegen Ladeluke oder Stirnwand) und Kraftschluss nach hinten und zur Seite (durch Zurrgurte). Diese Kombination nutzt die Stärken beider Methoden und minimiert den Bedarf an Zurrmitteln.


4. Zurrmittel – Anforderungen und Kennzeichnung

Zurrgurte sind das gebräuchlichste Sicherungsmittel im Straßentransport. Sie müssen nach DIN EN 12195-2 geprüft und gekennzeichnet sein. Die wichtigsten Kennwerte:

Kennwert Abkürzung Bedeutung
Zurrkraft STF (Standard Tension Force) Vorspannkraft, die mit dem Spanner erzeugt wird – für Niederzurren maßgeblich
Zurrkraft beim Direktzurren LC (Lashing Capacity) Maximale zulässige Zugkraft im Gurt beim Direktzurren
Bruchkraft MBL (Minimum Breaking Load) Kraft, bei der der Gurt reißt – immer deutlich höher als LC

Wichtig für die Praxis: Zurrgurte mit beschädigter Webbing-Lage, Schnitten, Scheuerstellen, Korrosion an Beschlägen oder unleserlicher Kennzeichnung müssen sofort ausgesondert werden. Ein beschädigter Gurt verliert einen Großteil seiner Haltkraft – oft ohne dass es äußerlich erkennbar ist.

Besonderheit im Gefahrguttransport: Chemikalienbeständigkeit

Im Gefahrguttransport können ausgetretene Chemikalien (Säuren, Laugen, Lösemittel) Zurrgurte aus Polyester oder Polypropylen angreifen und unsichtbar schwächen. Empfehlungen:

  • Zurrgurte regelmäßig auf Verfärbungen, Verhärtungen oder Brüchigkeit prüfen
  • Nach Kontakt mit Chemikalien sofort aussondern und ersetzen
  • Für chronisch chemikalienbelastete Transporte: Stahlketten oder beschichtete Gurte erwägen

5. Besondere Anforderungen für Gefahrgüter nach Klasse

Klasse 2 – Gase (Gasflaschen und Druckbehälter)

Gasflaschen stellen eine besondere Herausforderung dar: Sie sind schwer, rund, und können beim Kippen erhebliche Beschädigungen – insbesondere am Ventil – verursachen. Ein beschädigtes Gasflaschenventil kann zu einer unkontrollierten Freisetzung oder gar zur Rakete werden. ADR schreibt daher vor:

  • Gasflaschen müssen entweder stehend und gegen Umfallen gesichert oder liegend und gegen Wegrollen gesichert transportiert werden
  • Ventilschutzringe oder Ventilschutzkappen müssen aufgesetzt sein
  • Stehende Flaschen: in Palettenkäfigen, Gestellen oder durch Netze/Gurte gesichert
  • Liegende Flaschen: Ventile in Fahrtrichtung, Unterlegkeile oder Mulden verhindern Wegrollen

Klasse 3 – Entzündbare Flüssigkeiten (Kanister, Fässer, IBC)

  • Kanister und Fässer müssen grundsätzlich aufrecht stehen – liegende Gebinde nur, wenn der Deckel nach oben zeigt und dichter Verschluss sichergestellt ist
  • IBC: Entleerungsventil unten – Sicherung gegen Kippen unbedingt erforderlich
  • Antirutschmatten empfohlen – glatte Kunststofffässer auf Stahlböden verrutschen bei minimalsten Kräften
  • Bei Stapeln: Tragfähigkeit der unteren Gebinde prüfen – nicht jedes Fass trägt mehrere Lagen

Klasse 8 – Ätzende Stoffe

  • Besonders sorgfältige Sicherung, da ausgelaufene Säuren und Laugen Fahrzeugbauteile, andere Ladungen und Zurrmittel angreifen
  • Formschluss bevorzugen, um Zurrmittelkontakt mit dem Stoff zu minimieren
  • Auffangwanne oder Auffangpalette für Säurebehälter empfehlenswert
  • Trennwände zu anderen Ladungsteilen bei Mischladungen (ADR 7.5.4)

Klasse 9 – Lithium-Batterien

  • Batterien müssen vor mechanischer Beschädigung (Druck, Stoß, Durchdringen) geschützt sein
  • Polsterung und Abstandshalter zwischen Batterien und anderen Ladungsteilen
  • Keine schwere Ladung auf Batteriepaketen stapeln
  • Beschädigte oder geschwollene Batterien: Sondervorschrift 376 – separate, belüftete Lagerung

6. Berechnung: Wie viele Zurrgurte sind erforderlich?

Eine einfache Faustformel für das Niederzurren nach VDI 2700:

Anzahl Gurte = (Ladungsgewicht × Beschleunigungsfaktor) ÷ (2 × STF × μ)
Beispiel: 500 kg Ladung, Sicherung nach vorne (0,8 g), STF 250 daN, μ = 0,30
Anzahl = (500 × 0,8) ÷ (2 × 250 × 0,30) = 400 ÷ 150 = 2,67 → 3 Gurte nach vorne

Mit Antirutschmatte (μ = 0,50): (500 × 0,8) ÷ (2 × 250 × 0,50) = 400 ÷ 250 = 1,6 → 2 Gurte nach vorne

Die Antirutschmatte spart hier einen ganzen Gurt – ein gutes Beispiel dafür, wie einfache Hilfsmittel die Sicherung effizienter machen.


7. Verpackung und Ladungssicherung – das Zusammenspiel

Im Gefahrguttransport sind Verpackung und Ladungssicherung eng miteinander verknüpft. UN-zugelassene Verpackungen müssen bestimmte Stoßtests und Stapeltests bestehen – sie sind also bis zu einem gewissen Grad auf mechanische Belastungen ausgelegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine UN-Verpackung die Ladungssicherung ersetzt:

  • UN-Verpackungen sind für definierte Fallhöhen und statische Stapellasten geprüft – nicht für dynamische Transportkräfte auf einem bewegten Fahrzeug
  • Auch eine UN-zugelassene Verpackung kann platzen oder auslaufen, wenn sie unkontrolliert durch den Laderaum schlägt
  • Die Kombination aus stabiler UN-Verpackung und ordnungsgemäßer Ladungssicherung ist die einzig sichere Lösung

8. Kontrolle und Haftung

Wer kontrolliert?

Ladungssicherung wird von der Polizei und dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) bei Straßenkontrollen überprüft. Das BAG führt regelmäßige Schwerpunktkontrollen durch – auch im Kombination mit Gefahrgutkontrollen. Mängel werden nach dem Bußgeldkatalog für Verstöße gegen StVO § 22 geahndet.

Bußgelder und Konsequenzen

Verstoß Bußgeld (Fahrer) Bußgeld (Halter / Unternehmen)
Ladung nicht vorschriftsmäßig gesichert 60 – 425 € 75 – 425 €
Ladung verrutscht, keine Gefährdung 35 €
Ladung verrutscht, Gefährdung anderer 425 € + 2 Punkte
Unfall durch mangelnde Ladungssicherung Strafrecht (§ 315b StGB), Haftung Schadensersatz, ggf. Entzug Betriebsgenehmigung

Im Gefahrguttransport kommen zu diesen Bußgeldern die GGVSEB-Sanktionen hinzu – Ladungssicherungsmängel bei Gefahrgut können als schwerer Verstoß gewertet werden und die gesamte Beförderung zum Erliegen bringen.


9. Praxisbeispiele

Praxisbeispiel 1: IBC mit Salzsäure – Formschluss + Zurrgurt

Ein Chemieunternehmen lädt einen IBC mit 1.000 Liter Salzsäure (UN 1789, Klasse 8, ca. 1.200 kg Gesamtgewicht) auf einen 12-t-LKW. Die Lösung: Der IBC wird mithilfe von Palettenstopper-Leisten formschlüssig gegen die Stirnwand positioniert. Zusätzlich sichern zwei Niederzurrgurte (STF 500 daN) gegen seitliches Verrutschen und nach hinten. Unter dem IBC liegt eine Antirutschmatte (μ = 0,55). Das Entleerungsventil wird mit einer Sicherungsschraube gesichert. Ergebnis: formschlüssige Sicherung nach vorne, kraftschlüssige Sicherung nach hinten und seitlich – alle Richtungen abgedeckt.

Praxisbeispiel 2: Gasflaschen im Kleintransporter

Ein Schweißfachbetrieb transportiert vier stehende Acetylenflaschen (UN 1001, je 70 kg) und zwei Sauerstoffflaschen (UN 1072, je 80 kg) in einem 3,5-t-Transporter. Die Flaschen werden in einem Flaschenwagen (Gestell mit Kette) aufrecht fixiert. Ventilschutzkappen sind aufgesetzt. Zusätzlich sichert ein Niederzurrgurt (STF 250 daN) das gesamte Gestell gegen die Stirnwand. Die Flaschen stehen auf einer Antirutschmatte. Acetylen und Sauerstoff sind durch einen Zwischenraum von mindestens 0,5 m getrennt (ADR 7.5.2 Trennungsgebot für Inkompatible nicht direkt anwendbar, aber sicherheitstechnisch empfohlen).

Praxisbeispiel 3: Fehler – Kanister lose im Laderaum

Ein Handwerksbetrieb transportiert drei 20-Liter-Kanister mit Aceton (UN 1090, Klasse 3, VG II) lose im Laderaum eines Transporters. Beim Abbiegen verrutscht ein Kanister, fällt um und der Deckel springt auf. Aceton läuft aus, der Fahrer bemerkt den Benzingeruch, öffnet die Schiebetür – eine Zündquelle reicht zur Entzündung. Hätte er die Kanister formschlüssig in einer Kiste oder mit Zurrgurten gesichert, wäre nichts passiert. Das Bußgeld für mangelnde Ladungssicherung beträgt mindestens 60 €; hinzu kommen GGVSEB-Bußgelder für den Gefahrgutverstoß.


10. Checkliste: Ladungssicherung Gefahrgut

  • ✅ Ladefläche sauber, trocken und frei von Hindernissen?
  • ✅ Antirutschmatten unter allen Versandstücken mit glattem Boden (Kunststoff, Metall)?
  • ✅ Formschluss nach vorne – Ladung gegen Stirnwand oder Ladestopper positioniert?
  • ✅ Anzahl und Stärke der Zurrgurte nach VDI 2700 berechnet oder geschätzt?
  • ✅ Zurrgurte unbeschädigt, Prüfkennzeichnung lesbar, keine Chemikalienspuren?
  • ✅ Gasflaschen stehend mit Ventilschutzkappe und gesichertem Gestell?
  • ✅ Kanister und Fässer aufrecht, Deckel dicht, nicht übereinander gestapelt (sofern nicht zulässig)?
  • ✅ IBC: Entleerungsventil gesichert und gegen Kippen gesichert?
  • ✅ Schwere Ladung unten, leichtere Ladung oben – keine Überlastung unterer Gebinde?
  • ✅ Trennungsgebote für inkompatible Güter eingehalten (ADR 7.5.2)?
  • ✅ Bei Mischladungen: Lebensmittel und Futtermittel von Gefahrgut getrennt (ADR 7.5.4)?
  • ✅ Nach Beladung: Sichtprüfung aller Zurrmittel und Sicherungselemente?

Fazit

Ladungssicherung im Gefahrguttransport ist die Schnittmenge aus allgemeiner Verkehrssicherheit und spezifischem Gefahrgutschutz. Die Pflichten nach StVO § 22 gelten für jedes Fahrzeug, die technischen Anforderungen der VDI 2700 definieren den Stand der Technik, und das ADR ergänzt beides um stoff­spezifische Sicherungsanforderungen.

Der entscheidende Grundsatz lautet: Formschluss vor Kraftschluss – wer seine Ladung lückenlos an feste Anschläge positioniert, braucht weniger Zurrmittel und erreicht eine zuverlässigere Sicherung. Antirutschmatten sind dabei das einfachste und wirksamste Hilfsmittel, das die erforderliche Zurrkraft oft halbiert. Im Gefahrguttransport kommt hinzu: Jede verrutschte Verpackung ist nicht nur ein Transportschaden – sie kann eine Gefährdung für Fahrer, andere Verkehrsteilnehmer und die Umwelt auslösen.

Weitere Artikel dieser Reihe: Schreiben Sie uns, zu welchem Thema rund um den Gefahrguttransport Sie als Nächstes einen Beitrag wünschen.


Quellen & Rechtsgrundlagen: ADR 2023/2025 (insbesondere Abschnitt 7.5, Unterabschnitt 7.5.7) | StVO § 22 | VDI 2700 (Blatt 1–6) | DIN EN 12195-1 bis -4 | GGVSEB | GGBefG | StGB § 315b | Bußgeldkatalog für Verstöße nach StVO § 22. Alle Angaben ohne Gewähr – maßgeblich ist stets die jeweils gültige Fassung der einschlägigen Vorschriften.

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